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Titelseite:
Cover des SSP Nr. 48 von VW mit dem Titel: 1,3 l/55 kW Motor im Polo Coupé
Inhaltsverzeichnis:

Technische Daten
HCS-Prinzip (High Compression and Squish)
Dignition - Kennfeldgesteuerte Transistorzündung
2E3-Vergaser

Textprobe aus dem SSP Nr. 48 von VW:

Technische Daten

Der 1,3 l-Motor mit 55 kW des Polo Coupé baut auf dem bekannten 1,05 l-Motor auf.

Seine Daten:

Kennbuchstabe:  GK
Hubraum:        1272 cm³
Leistung:       55 kW bei 5800 1/min.
Drehmoment:     104 Nm bei 3600 1/min.
Verdichtung:    11
Kraftstoff:     98 ROZ

Durch Einsatz des HCS-Brennverfahrens, der Dignition (kennfeldgesteuerte Transistorzündung) und des 2E3-Vergasers wurde ein Motor mit hoher Leistung und niedrigem Verbrauch entwickelt.

Kraftstoffverbrauch nach DIN 70030

Diagramm

Verbrauch: bei 90 km/h      5,7 l/100 km
              120 km/h      7,4 l/100 km
           im Stadtverkehr  7,9 l/100 km

Leistungsdiagramm

Das maximale Drehmoment von 104 Nm wird bereits bei 3600 1/min. erreicht.
Die Leistung von 55 kW/75 PS wird bei 5800 1/min erreicht.

HCS-Prinzip

HCS- Prinzip = High Compression and Squish,
d.h. hohe Kompression und Quetschen.

Grundlage des HCS-Prinzips ist der Heronkolben. Im Kolben ist der Brennraum, der Zylinderkopf ist flach. Durch diese Bauart wird die hohe Verdichtung von 11 möglich. Beim Verdichtungsvorgang wird das Gemisch durch die Quetschkante wie ein Hobelspan in die Kolbenmulde geführt. In der Mulde findet eine intensive Verwirbelung des Gemisches statt.

Die gute Verwirbelung des Gemisches wird durch die hohe Temperatur des Kolbenbodens gefördert.

Die Quetschkante ist die stehenbleibende Ringfläche des Kolbens.
Ein genau bemessenes Gemisch und ein exakt gesteuerter Zündfunke sind weitere Voraussetzungen für eine vollständige und wirtschaftliche Verbrennung des Kraftstoffes.

Zeichnung

Quetschkante

Zeichnung

0,6 mm Quetschspalthöhe

Dignition - Kennfeldgesteuerte Transistorzündung

Dignition ist der geschützte Name für eine TSZ-h-Transistorzündanlage mit Hallgeber, bei der alle Zündzeitpunkte digital errechnet werden.
Das hat den Vorteil sehr präziser Zündzeitpunkte für alle Betriebszustände.
Das bedeutet: geringer Verbrauch, hohe Elastizität des Motors, sportliche Leistung und saubere Abgase.

Damit für alle Betriebszustände präzise Zündzeitpunkte errechnet werden können, sind 3 Meßgrößen erforderlich.
- die Motortemperatur
- die Motordrehzahl
- der Lastzustand

Die Temperatur wird am Thermostatgehäuse abgenommen.
Die Drehzahlimpulse kommen vom Hallgeber im Zündverteiler.
Die Lastzustände vom Saugruhrdruck in Abhängigkeit von der Drosselklappenstellung.

Bild

Temperaturfühler

Die Temperaturinformation wird benötigt, um die Anpassung des Zündzeitpunktes an die Warmlaufphase des Motors zu ermöglichen.

Bild

Zündverteiler

Der Zündverteiler arbeitet nach dem TSZ-h Prinzip. Er unterscheidet sich von bisherigen Zündverteilern dadurch, daß er keine Verstelleinrichtungen hat.

Bild

Anschluß für Saugrohrdruck

Steuergerät

Im Steuergerät werden Temperatur-, Drehzahl- und Lastinformationen zu dem erforderlichen Zündzeitpunkt verarbeitet. Im Steuergerät ist ein Kennfeld mit Zündzeitpunkten programmiert. Das Steuergerät sorgt bei Störungen einzelner Informationsgeber für Notlaufeigenschaften.

Eine Leerlaufstabilisierung, integriert im Steuergerät, gleicht Drehzahlschwankungen aus, die durch das Einschalten elektrischer Verbraucher hervorgerufen werden. Eine Drehzahlbegrenzung verhindert mehr als ca. 6800 1/min.

Bekommt das Steuergerät vom Hallgeber keine Impulse, setzt die Stillstandschaltung nach ca. 1 - 1,5 sec. ein, d.h. die Anlage wird bis zum Starten ausgeschaltet. Dadurch werden die Zündspule und die elektronischen Bausteine vor Überlastung geschützt.

Hinweis
Die Einstellung des Zündzeitpunktes erfolgt bei abgezogenem Temperaturfühler. Bei 2000 1/min. wird durch Verdrehen des Verteilers ein Zündzeitpunkt von 5° vor 0.T. eingestellt.

Wird eine zu niedrige Leerlaufdrehzahl eingestellt, bzw. fällt die Leerlaufdrehzahl durch Zuschalten von elektrischen Verbrauchern ab, setzt die Leerlaufstabilisierung ein. Der Zündzeitpunkt wird in Richtung „früh“ verstellt. Dadurch wird die Drehzahl auf ca. 750 1/min. angehoben.

Zeichnung

Steuergerät mit Mikroprozessor
Drehzahlsignal-Hallgeber
Zündspule
Zündverteiler
Saugrohrdruck
Temperaturfühler
Batterie

Kennfeld-Diagramm

So funktioniert es

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