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Titelseite:
Cover des SSP Nr. 427 von VW mit dem Titel: Der Autogasantrieb BiFuel
Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Komponeten des Autogasantriebes
Autogas-Anlage
Systemübersicht
Motormanagement
Funktionsplan
Service
Prüfen Sie Ihr Wissen

Textprobe aus dem SSP Nr. 427 von VW:

Erstmalig bietet Volkswagen direkt ab Werk den Golf 2009 mit dem 1,6l 75kW MPI Motor und Autogasantrieb an. Autogas wird auch als Flüssiggas und LPG bezeichnet. LPG steht für "Liquified Petroleum Gas". Sämtliche Bauteile die für den Gasbetrieb nötig sind, werden in der Produktion bei Volkswagen montiert.

Autogas wird schon seit Jahrzehnten eingesetzt und ist daher der weltweit meistgenutzte Alternativkraftstoff. Es besteht aus einem Gemisch von Propan, Butan und Zusätzen. Es verbrennt sauber und ist damit eine der modernsten Energieformen. In vielen Großstädten weltweit, fahren aufgrund steigenden Umweltbewusstseins, immer mehr Fahrzeuge mit Autogas.

Im Vergleich zu anderen Kraftstoffen entstehen beim Einsatz von Autogas deutlich weniger Abgasemissionen. Dies gilt auch für das klimaverändernde CO2. Insgesamt zählen die von Autogas-Fahrzeugen verursachten Abgase zu den niedrigsten, die zur Zeit in Verbrennungsmotoren realisiert werden können. Der Kraftstoff Autogas ist nahezu schwefelfrei und die Verbrennung erfolgt fast ohne Ausstoß von Ruß. Schadstoffe wie CO, HC, NOx und weitere gesundheits- und naturschädigende Abgaskomponenten treten wesentlich vermindert auf.

Zeichnung

Einleitung

Der Rohstoff Autogas

Autogas (LPG - Liquified Petroleum Gas) ist Flüssiggas, das zum Antrieb von Verbrennungsmotoren verwendet wird. Es eignet sich als Kraftstoff ebenso gut wie Benzin, Diesel oder Erdgas.

Autogas wird bei der Erdgas- und Rohölförderung als Abfallprodukt gewonnen. Es zeichnet sich durch einen hohen Reinheitsgrad aus. Das verhindert ein „altern“- so ist Autogas praktisch unbegrenzt haltbar.

Unter relativ geringem Überdruck mindestens 6-10 bar werden die Gase verflüssigt und in Druckgasbehältern verschiedener Formen gespeichert. So werden große Energiemengen auf kleinstem Raum transport- und lagerfähig gemacht. Autogas ist somit an jedem Ort einsetzbar.

Im Vergleich zu Benzin hat Autogas eine sehr hohe Klopffestigkeit und je nach Mischungsverhältnis eine Oktanzahl von ca. 105 bis 115 ROZ.

Die Qualitätsanforderungen an Autogas sind europaweit einheitlich in der DIN EN 589 geregelt und ermöglichen somit einen problemlosen grenzüberschreitenden Einsatz.

Die Hauptbestandteile

Im Prinzip ist Autogas eine Mischung aus Kohlenwasserstoffen. Es besteht hauptsächlich aus einem Gemisch von Propan und Butan. Desweiteren enthält Autogas ein Geruchsmittel. Dies wird als Sicherheitsmaßnahme beigemischt, da reines Autogas geruchsund farblos ist.

Propan ist leichter und verflüssigt sich bei niedrigerenTemperaturen als Butan. Butan besitzt dafür aber einen höheren Energieanteil pro Volumeneinheit. Das Mischungsverhältnis beträgt marktbedingt im Sommer 50/50 (in Prozent Propan/Butan) und im Winter 85/15. Abweichungen vom Mischungsverhältnis sind zulieferbedingt möglich. Da Propan weniger Energie liefert als Butan, kommt es daher im Winter zu einem leicht höheren Verbrauch (L/100 km) von Autogas.

Eigenschaften der Hauptbestandteile

Tabelle Propan C3H8 Butan C4H10

Hinweis
Folgende Bezeichnungen für Autogas sind im Ausland gebräuchlich:

- LPG = engl. „Liquified Petroleum Gas“
- GPL = franz. „Gas de Pétrole Liquéfie“
- GLP = ital. „Gas Liquido Propano“
- GLP = span. „Gases Licuados del Petróleo“ (GPL Automoción)

Vorteile Autogas

Im Vergleich mit konventionellen Kraftstoffen und anderen alternativen Antriebsenergien beweist Autogas als Kraftstoff seine hervorragende Umweltbilanz. Vergleichbare Ergebnisse erzielen nur Wasserstoff und Erdgas.

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