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Titelseite:
Cover des SSP Nr. 389 von VW mit dem Titel: Der Parklenkassistent
Inhaltsverzeichnis:

Übersicht
Aufbau
   Die Systemkomponenten und Einbauorte im Überblick
   Das Systemschema
   Die elektromechanische Servolenkung
Funktionsweise des Parklenkassistenten
   Der Einparkvorgang
   Die Einschaltbedingungen im Überblick
   Die Abbruchkriterien und Systemmeldungen
Elektrische Bauteile
   Die Sensoren
   Die Aktoren
   Die Systemsteuerung
Funktionsplan
Service
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Textprobe aus dem SSP Nr. 389 von VW:

Fahrerassistenzsysteme werden dafür entwickelt, den Fahrer bei steigender Verkehrsdichte und Informationsüberflutung zu entlasten. Sie unterstützen den Fahrer in bestimmten Fahrsituationen bzw. übernehmen ganz oder teilweise Prozesse innerhalb des Fahrbetriebes.

Mit steigender Rechnerleistung und sinkenden Produktionskosten elektronischer Bauteile wundert es daher nicht, dass immer mehr und leistungsfähigere Assistenzsysteme von Volkswagen angeboten werden.

Ein Beispiel für diese steigende Leistungsfähigkeit der Assistenzsysteme ist der neue Parklenkassistent von Volkswagen.
Er hilft dem Fahrer aktiv beim Rückwärtseinparken.

Zeichnung

Übersicht

Der Parklenkassistent von Volkswagen

Dieses Assistenzsystem ist eine aktive Hilfsfunktion für das Rückwärtseinparken. Seine Entwicklung basiert auf der Einparkhilfe-Funktion, die den Fahrer über Ultraschallsensoren und eine akustische Warnanzeige beim Abschätzen des Abstandes zu anderen geparkten Fahrzeugen oder Hindernissen unterstützt. Weitere Entwicklungsstufen dieser Art von Fahrerassistenzsystemen sind z. B. die Rückfahrkamera und das Optical Parking System, das nicht nur allgemein ein Hindernis vor oder hinter dem Fahrzeug feststellt, sondern auch dessen Position im Erfassungsbereich. Bei all diesen Systemen wird der Lenkvorgang beim Einparken jedoch noch vom Fahrer vorgenommen. Sie unterstützen den Fahrer lediglich bei der Erfassung und Abschätzung des Fahrzeugumfeldes.

Der Parklenkassistent beinhaltet nicht nur diese Umfelderfassung, sondern er regelt auch selbstständig die Lenktätigkeit beim Rückwärtseinparken. Der Fahrer betätigt lediglich Gas-, Kupplungs- und Bremspedal. Er kann jedoch zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle über den Lenkvorgang wieder übernehmen und den automatischen Einparkvorgang beenden. Das System beherrscht neben dem Rückwärtseinparken auf der rechten Straßenseite, auch das Rückwärtseinparken auf der linken Fahrbahnseite wie z. B. in Einbahnstraßen.

Zeichnung

Hinweis
Der Parklenkassistent kann die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht ersetzen. Der Fahrer behält jederzeit die volle rechtliche Verantwortung für sein Fahrzeug. Erkennt er eine Gefahr, andere Fahrzeuge oder Objekte zu beschädigen oder ist er im Zweifel darüber, muss er entsprechend reagieren und das Fahrzeug ggf. anhalten und die Funktion beenden.

Systemvoraussetzungen

Die Ausstattung eines Fahrzeuges mit dem Parklenkassistenten hat folgende technischen Voraussetzungen:
- die elektromechanische Servolenkung und
- eine ESP-Bremsanlage.

Abgrenzung von Einparkhilfe und Parklenkfunktion

Der Parklenkassistent besitzt zwei Funktionen:
- die Einparkhilfe, die auch als Parkdistanzkontrolle PDC bezeichnet wird und auch ohne Parklenkassistent erhältlich ist, sowie
- die Parklenkfunktion für den aktiven Einparkprozess.

Parkdistanzkontrolle PDC

Symbol, Zeichnung

Sie ermittelt mit Hilfe von je vier Ultraschallsensoren in Front- und Heckend den Abstand zu einem Objekt vor und hinter dem Fahrzeug. Unterschreitet das Fahrzeug einen bestimmten Abstand zu diesem Objekt, erfolgt eine akustische Warnung. Ist nur die Einparkhilfe verbaut, regelt das Steuergerät für Einparkhilfe J446 die PDC-Funktion. Es ist in der Regel im Kofferraum untergebracht.

Hinweis
Ist ein Fahrzeug bereits mit einer PDC-Anlage ausgestattet, ist eine Nachrüstung auf die Parklenkfunktion nicht vorgesehen.

Die Parklenkfunktion

Symbol, Zeichnung

Der Parklenkassistent besitzt vorne zusätzlich zu den PDC-Sensoren je einen Ultraschallsensor je Fahrzeugseite, um die Bereiche seitlich des Fahrzeuges bei der Suche nach einer Parklücke zu erfassen.

Aufbau

Die Systemkomponenten und Einbauorte im Überblick

Eingeführt wird der Parklenkassistent mit dem Touran 2007.
Die nebenstehende Abbildung verschafft Ihnen am Beispiel dieses Fahrzeuges einen Überblick über die Einbauorte der Bauteile, die zur Ausführung der Einparkhilfe- und Parklenkfunktion durch den Parklenkassistenten erforderlich sind.

Das Steuergerät für Parklenkassistent J791 ist links neben der Lenksäule in der Schalttafel verbaut. Es beinhaltet die Parkdistanzkontrolle sowie die Parklenkfunktion und läuft im CAN-Datenbus Antrieb. Ist ein Fahrzeug mit dem Parklenkassistenten ausgestattet, entfällt das Steuergerät für Einparkhilfe.

Zwischen unterschiedlichen Fahrzeugtypen kann es besonders bei den Steuergeräten aufgrund der unterschiedlichen Platzverhältnissen zu verschiedenen Einbauorten kommen.

Beachten Sie daher unbedingt die aktuelle Reparatur- und Service-Literatur zu den einzelnen Fahrzeugtypen.

Zeichnung Detail

Taster für Einparkhilfe
Taster für Parklenkassistent

Zeichnung Detail

Geber für Einparkhilfe hinten links, hinten links Mitte,
                       hinten rechts Mitte, hinten rechts

Zeichnung Detail

Geber vorn rechts für Parklenkassistent, rechte Fahrzeugseite

Zeichnung Detail

Raddrehzahlsensoren, Beispiel vorn rechts

Zeichnung Detail

Blinklichtschalter

Zeichnung Detail

Steuergerät für Anhängererkennung*

* optional nach Fahrzeugausstattung

Zeichnung Detail

Warnsummer für Einparkhilfe

Zeichnung Detail

Steuergerät für Parklenkassistent

Zeichnung Detail

Bremsanlage mit ABS und ESP

Zeichnung Detail

Geber für Einparkhilfe vorn links, vorn links Mitte,
                       vorn rechts Mitte, vorn rechts

Zeichnung Detail

Elektromechanische Servolenkung

Zeichnung Detail

Geber vorn links für Parklenkassistent, linke Fahrzeugseite

Das Systemschema

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