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Titelseite:
Cover des SSP Nr. 262 von VW mit dem Titel: Erdgas - ein alternativer Kraftstoff für Kraftfahrzeuge
Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Das Erdgas
Der Kraftstoff Erdgas im Vergleich
Die Erdgasversorgung
Die Gegenüberstellung und die Gesetze
Motortechnologie
Der Transporter ab 1991 bivalent
Der Golf BI FUEL
Erdgasspeicherung
Die unterschiedlichen Arten der Erdgasspeicherung
Der Erdgastank
Die Tankprüffristen
Erdgaskomponenten im Golf BI FUEL
Die Bauteile-Übersicht
Erdgasversorgung im Golf BI FUEL
Die Systemübersicht der Erdgasversorgung
Das Flussdiagramm der Erdgasversorgung
Die Hochdruckseite
Vom Hochdruck zum Niederdruck
Die Niederdruckseite
Das sicherheitstechnische Konzept
Motormanagement
Die Systemübersicht der Sensoren und Aktoren
Die Systemfunktionen
Der Funktionsplan, Transporter ab 1991 bivalent
Der Funktionsplan, Golf BI FUEL
Service
Die Anforderungen in Deutschland
Die Diagnose
Die Spezialwerkzeuge und Betriebseinrichtungen
Glossar
Erklärung der hervorgehobenen Begriffe
Prüfen Sie Ihr Wissen

Textprobe aus dem SSP Nr. 262 von VW:

Im Rahmen der Reduzierung der Schadstoffbelastung durch den Straßenverkehr in Ballungsgebieten und der steigenden Benzin- und Dieselpreise gewinnt der Erdgas-Antrieb als ein Alternativantrieb zunehmend an Bedeutung.

Der Gasantrieb für Fahrzeuge ist keine Erfindung unserer Zeit. Er hat eine lange Geschichte. Bereits der erste Verbrennungsmotor - von Nikolaus August Otto 1876 zum Patent angemeldet - wurde in der Gasmotorenfabrik Deutz AG entwickelt.

Im Laufe der weiteren Fahrzeugmotorenentwicklung wurde neben anderen Antriebskonzepten auch immer wieder auf die Gastechnologie zurückgegriffen - meist in Notzeiten.
So wurde in Speichertanks Stadtgas oder ein Gemisch aus Propan/Butan an Bord mitgeführt oder das Gas wurde aus Holz oder Anthrazit während der Fahrt direkt in Gasgeneratoren erzeugt.

Gegenwärtig bietet Volkswagen den Golf BI FUEL als Serien-Fahrzeug mit bivalentem Erdgasantrieb (Erdgas- oder Benzin-Betrieb möglich) an.

Der Transporter ab 1991 kann mit einer Nachrüstvariante für den bivalenten Erdgas-Betrieb ausgestattet werden.

Bitte beachten Sie, dass die gesetzlichen Bestimmungen landesspezifisch unterschiedlich sind.

In diesem Selbststudienprogramm möchten wir Ihnen die Besonderheiten des bivalenten Erdgas-Antriebes für Volkswagen-Fahrzeuge (konzentriert auf die Rand-Bedingungen in Deutschland) vorstellen.

Zeichnung

Einleitung

Das Erdgas

Anfang der 90er Jahre rückte der Kraftfahrzeugverkehr als Hauptverursacher der Schadstoff- und Lärmbelästigung insbesondere in Ballungsgebieten immer mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Erwähnt seien nur die Begriffe wie „Sommersmog“ und „saurer Regen“.

Für die Emissionen der Abgas-Komponenten Stickoxide (NOx), Kohlenwasserstoffe (HC), Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2) und Rußpartikel wurden strenge Grenzwerte festgelegt.

Der Einsatz alternativer Kraftstoffe, wie z. B. Erdgas, leistet einen wirksamen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation.

Erdgas entsteht unter ähnlichen Bedingungen wie Erdöl und wird als Begleitprodukt bei der Erdölförderung gefördert. Es tritt aber auch in Einzellagerstätten auf. Es ist leichter als Luft und mischt sich gut mit der Luft. Es verbrennt „weich“.

Erdgas ist als brennbares Gas der umweltverträglichste fossile Energieträger. Es besteht im Wesentlichen aus 80 - 99 % Methan (CH4). Den Rest bilden Beimischungen von Kohlendioxid, Stickstoff und niedrigwertige Kohlenwasserstoffe.

Je niedriger der Kohlenstoffgehalt eines Energieträgers ist, desto niedriger sind die durch Kohlenstoff bedingten Emissionen wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Rußpartikel.

Erdgas kann ohne chemische Veränderungen direkt als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Dadurch ist ein deutlicher Kostenvorteil im Vergleich zur erforderlichen Erdölaufbereitung zu Benzin und Diesel gegeben. Allerdings kann in Abhängigkeit vom Gewinnungsort eine Reinigung oder Trocknung des Erdgases erforderlich sein.

Die Ressourcenverfügbarkeit von Erdgas ist besser als die von Mineralöl. Dadurch ist eine Austauschbarkeit der ausschließlichen Abhängigkeit von Erdöl möglich.

Aus Sicherheitsgründen wird das geruchsfreie Erdgas in Deutschland durch die Zugabe geruchsintensiver Stoffe angereichert. Dadurch kann das Erdgas bereits bei kleinsten Mengen über die Nase wahrgenommen werden.

Zeichnung

Bestand an Erdgas-Fahrzeugen

Die Ermittlung des Bestandes der Erdgasfahrzeuge erfolgte nach einer internationalen Erdgas-Fahrzeug-Statistik, Stand 2. Halbjahr 2003.

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