Textprobe aus dem SSP Nr. 418 von VW:
Der Spurhalte-Assistent von Volkswagen ist ein weiteres fortschrittliches Assistenzsystem, das den Fahrer beim Führen des Fahrzeuges in kritischen Situationen unterstützen soll. Es erkennt anhand der Auswertung optischer Daten den Straßenverlauf und wirkt aktiv auf die Lenkung ein, wenn das Fahrzeug über die Mittel- oder Außenmarkierung der Fahrbahn zu geraten droht.
Zeichnung
Übersicht
Fahrassistenzsysteme
Auf Basis der rasanten Entwicklung im Bereich der Computertechnologie konnten sich aus den klassischen Bremssystemen wie z. B. dem ABS, immer komplexere und funktionalere Sicherheitssysteme wie das ESP, entwickeln.
Mit Einführung der elektro-mechanischen Servolenkung und des elektronischen Gaspedals eröffneten sich weitere Möglichkeiten, um direkt und aktiv in das Fahrverhalten einzugreifen und die Fahrsicherheit weiter zu erhöhen, bzw. dem Fahrer bei schwierigen Fahrmanövern zur Seite zu stehen.
Da durch diese neuen Funktionen der Fahrer physisch und psychisch unterstützt wird, spricht man heute von Fahrassistenzsystemen. Neben dem Spurhalteassistenten von Volkswagen gibt es weitere Systeme, wie z. B.
- den Parklenkassistent mit Einparkfunktion,
- die automatische Distanzregelung ACC oder
- den Spurwechselassistent.
Wichtiger Hinweis
Mit den modernen Technologien und ihrer Möglichkeiten im Fahrzeugbau ist unbedingt zu beachten, dass nach wie vor der Fahrer eines Fahrzeuges die alleinige Verantwortung für sein Fahrzeug und dessen Verhalten hat.
Unfälle infolge überhöhter und unangepasster Geschwindigkeit, aufgrund von Alkohol, Drogen oder durch Übermüdung können nicht mit Hilfe von elektronischen Systemen allein verhindert oder ausgeschlossen werden, sondern letztendlich nur durch die Beseitigung der Ursachen. Aus Fahrassistenzsystemen eine verminderte Schuldfähigkeit oder gar rechtliche Ansprüche abzuleiten, entbehrt jeglicher Grundlage.
Dies ist allen im Verkauf und am Servicekernprozess Beteiligten absolut bewusst zu machen und muss auch zu dem Kunden kommuniziert werden, um falschen Erwartungshaltungen vorzubeugen.
Der Spurhalteassistent von Volkswagen
Mit dem Spurhalteassistenten findet eine Funktionalität in die Fahrzeugtechnik Einzug, die bislang eher den Lebewesen oder ehrgeizigen Forschungsprojekten der Robotik vorbehalten war:
- das optische Wahrnehmen einer Situation (Sehen),
- die Bewertung dieser Situation (Denken) und
- die Reaktion auf diese Situation (Handeln).
Der Betrieb des Spurhalteassistenten ist vornehmlich für Fahrten auf Autobahnen und gut ausgebauten Bundesstraßen vorgesehen, da auf diesen eher eindeutige Fahrbahnmarkierungen und Fahrbahnbegrenzungen erwartet werden können. Grundsätzlich ist es aber möglich, dass das System innerhalb seiner Leistungsgrenzen auch auf Land- oder Kreisstraßen genutzt werden kann.
Wir wollen Sie im Folgenden mit der hierfür erforderlichen Technologie und dem Systemverhalten mit seinen Möglichkeiten und Grenzen vertraut machen.
Das kann der Spurhalteassistent:
- Erkennen des Fahrbahnverlaufes bei vorhandenen Begrenzungslinien, bzw. genügend starkem Kontrast zwischen Fahrbahn und Fahrbahnbegrenzung.
- Optische Information des Fahrers über den Betriebszustand des Spurhalteassistenten.
- Ausführen eines korrigierenden bzw. unterstützenden Lenkeingriffes.
- Ausgabe einer fühlbaren Vibrations-Warnung an den Fahrer, wenn der Lenkeingriff des Spurhalteassistenten nicht ausreicht, um die Spurabweichung zu korrigieren.
- Ausgabe einer optischen sowie akustischen Warnung an den Fahrer, wenn das Lenkrad über einen definierten Zeitraum hinaus vom Fahrer losgelassen wird (Freihanderkennung).
- Unterdrückung der Systemfunktionen bei gewolltem Spurwechsel, wie z. B. bei einem Überholmanöver.
Aufbau des Spurhalteassistenten
Die Bauteile und Einbauorte des Spurhalteassistenten im Überblick
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